Schafe Schweiz

TVD-Registrierung Schafe und Ziegen

        

Informationen zur Sitzung vom 11.12.2018

Am 11.12.2018 fand die erste Sitzung der Begleitgruppe zur TVD Registrierung bei Schafen und
Ziegen statt. Anwesend waren Vertreter von BLW, BLV, Identitas und diversen
Brachenorganisationen (Schweizer Schafzuchtverband, Schweizer Ziegenzuchtverband, BGK, Pro Specia Rara, Proviande, IP-Suisse und Schlachthof Zürich). Von unserem Verband nahmen
Philipp Jacobi, Christian Nydegger und Simon Zaugg teil.
Anbei findet Ihr die wichtigsten und aktuellsten Informationen und Bestimmungen. Einige
Punkte sind bereits beschlossene Sache, bei anderen fehlt es noch an Details und genaueren
Zahlen. Für Fragen und genauere Auskünfte dürft Ihr Euch gerne bei einem der anwesenden
Mitglieder melden. Wir werden so gut wie möglich Auskunft geben.

Ab wann kommt die TVD?
Ab 01.01.2020 muss jedes neugeborene Lamm mit zwei Ohrmarken markiert werden. Eine
Marke wird elektronisch sein müssen und die andere normal.
Bereits vorhandene Tiere müssen nach- oder ummarkiert werden. Nachmarkieren bedeutet, ein
identisches Gegenstück(elektronisch) zur bereits vorhandenen Marke zu bestellen. Ummarkieren
heisst, die alte Marke entfernen und durch zwei neue ersetzen.
Spätestens bei der ersten Verschiebung des Tieres, müssen zwei Ohrmarken vorhanden und das
Tier registriert sein. Bis Ende 2021 muss jedes Tier ummarkiert sein.
Für die Meldungen wird eine Stelle(Identitas/TVD) zuständig sein. Es wird für
Herdenbuchbetriebe aber auch möglich sein, Meldungen via Schnittstelle (Zuchtbuchführer etc.)
zu machen.
Meldefristen
Für Geburtsmeldungen gilt eine Frist von 30 Tagen. Für Verschiebungen (Sömmerung, Märkte,
Schlachtungen etc.) gilt eine Frist von drei Tagen.

Verschiebungen
Neu müssen bei jeder Verschiebung auf einen anderen TVD-Standort die

Ohrmarkennummern
der einzelnen Tiere auf dem Begleitdokument aufgeführt werden (auch betriebsintern). Nur die
Anzahl Tiere ist nicht mehr ausreichend.
Gruppenmeldungen
Gruppenmeldungen und Verschiebungen werden möglich sein bei Sömmerung, Wanderherde,
Schlachtung etc. Geburtsmeldungen müssen jedoch einzeln stattfinden.

Kosten
Die Kosten pro Satz Ohrmarken sind noch nicht definitiv festgelegt, werden sich aber auf ca. 2.-
Franken belaufen. Für jede Geburtsmeldung wird ein Beitrag von 4.50 Franken an den Tierhalter
ausbezahlt. Schlachthöfe werden bei korrekter Tiergeschichte auch mit 4.50 Franken
Entsorgungsbeiträgen entschädigt. Für Fehler in der Tiergeschichte wird eine Busse von 5.-
Franken anfallen (via Schlachthof an den Tierhalter).
Auch bei der direkten Schlachtung werden zwei Marken Pflicht, d.h. fehlende oder verlorene
Marken müssen nachbestellt werden.
Ohrmarken
Es wird nur einen Typ Ohrmarken geben. Dieser wird dem aktuell ausgelieferten Modell
entsprechen. Für Kleinrassen wie Skudden usw. wird weiterhin eine kleinere Variante verfügbar
sein. Der Chip im Innern der Marke und die effektiven Zahlen auf der Ohrmarke selbst werden
übereinstimmen (letzten 8 Ziffern). Ziel ist, dass die neuen Marken ab Mitte des nächsten Jahres
bestellt und eingesetzt werden können.
Registrierungsangaben
Bei einer Geburtsmeldung kann der Vater als unbekannt gemeldet werden. Im Moment sieht es
jedoch danach aus, als ob eine Angabe des Muttertiers obligatorisch wird. Wir werden uns aber
auch in der nächsten Sitzung nochmals dafür einsetzen, dass auch dies fakultativ bleibt.
Zusammenfassung
Die TVD für Schafe und Ziegen ist beschlossene Sache und wird eine Herausforderung für
Gross- und Kleinbetriebe werden. Jetzt geht es darum, die Vorschriften und Gesetze möglichst
realitätsnah zu gestalten. Für Inputs und Anregungen sind sowohl wir von der Begleitgruppe, als auch Identitas sehr froh.
Inzwischen wünsche ich Allen einen guten Winter, frohe Festtage und einen erfolgreichen Start
ins 2019.

Simon Zaugg

Gute Schäfer verbringen viel Zeit mit Hinsehen,Beobachten und Nachdenken.

 

Schafhalter gründen neuen Verband

 

 

 

Mehrheit der Schäfeler bekommt einen Verein

Über zwölf Personen aus dem Initiativkomitee sowie von diversen Schafzuchtorganisationen und einigen Schafhaltern trafen sich im Ochsen, Lupfig AG mit der Projektidee einen neuen Verein zu gründen.

Schafe Schweiz will als Produzenten- und Branchenorganisation alle Schafhalter unter einem Dach haben und mit einer Stimme gegenüber Behörden, vor- und nachgelagerten Organisationen sowie der Öffentlichkeit auftreten.

Die Idee alle Schafhalter zu vereinen geht einige Jahre zurück, als der Berufsschäferverband gegründet wurde, um die Anliegen der Schafhalter als fachkundiger Ansprechpartner besser zu berücksichtigen. Zurzeit schätzt man einen Bestand von 400’000 Schafen in der Schweiz, davon sind 110’000 Tiere in neun anerkannten Zuchtorganisationen vertreten. Die grosse Mehrheit der Schafhalter mit 30’000 Tieren ist nirgends organisiert.

Vereinsgründung einstimmig bestätigt

Alle Anwesenden waren der Meinung dem neuen Verein zuzustimmen. Sie haben sich dafür ausgesprochen das Zepter selbst in die Hand zu nehmen. Einstimmig gewählt wurden Hauptinitiator Martin Keller aus Buchs als neuer Präsident, Matthias Ruesch als Geschäfts-führer  sowie Tobias Sommer als erster Revisor von Schafe Schweiz.

Strukturen des Vereins aufgezeigt

Als oberstes Gremium wird die Delegiertenversammlung als Souverän funktionieren. Der Schäferrat wird sich aus fünf Sektionen (Nord-,Süd-,West-;Ost- und Zentralschweiz)  zusammensetzen. Der Vorstand wird vorderhand aus dem Präsidenten Keller und den Vorstandsmitglieder Simon Lepori und Lorenz Tassura vertreten sein. Vakant sind noch vier weitere Sitze für den Vorstand für fähige Leute, welche weder einer bestimmten Region , noch einer bestimmen Rasse angehören sollten.

Stimmrecht gut durchdacht

Natürliche Personen erhalten ab 1000 Schafen eine Einzelmitgliedschaft. Da das Verhältnis Schafhalter zu Züchter etwa 3: 1 beträgt, haben die Schafhalter eine Stimmenmehrheit. Damit die Regionen nicht bevorteilt werden, hat jede Sektion maximal ein Drittel der Stimmen zugute.

Zuchtorganisationen weiterhin autonom

Innerhalb von Schafe Schweiz bleiben alle Zuchtorganisationen eigenständig und können mit Tierzuchtförderungsbeiträge und  Finanzen wie bisher selbst verwalten.

Sinn und Zweck von Schafe Schweiz

Die Schafbranche ist zu klein, um ein Einzelzüglein zu fahren und ist darauf angewiesen mit vereinter Kraft aufzutreten , betonte der neu gewählte Präsident. Schafe Schweiz will die politische Vertretung der Schafbranche mit der AP 22 übernehmen und bei der Absatzförderung und Preisbildung den verlorenen Sitz bei Proviande wieder zurückgewinnen. Obwohl heute Schafe Schweiz weder über Strukturen noch über Mittel verfügt, haben die Dienstleistungen für Schafhalter wie die Unterstützung bei der TVD-Einführung und die nationale Moderhinkebekämpfung hohe Priorität.

Erste Mitgliederversammlung im 1.Quartal 2019

Zum Traktandum „Jahresbeitrag“ , wird ein Mitgliederbeitrag von Fr 5.- pro Betrieb und ein Tierbeitrag von Fr -.50  von den Initiatoren vorgeschlagen. Diese Thematik wird an der ersten Mitgliederversammlung noch definitiv ausdiskutiert und beschlossen. Je nach Finanzbedarf  scheint dieser Beitrag bei grösseren Schafhaltern etwas zu hoch zu sein. Einige Gründungsteilnehmer haben bereits ihre Beitritterklärung abgegeben. Weitere Mitgliederinnen und Mitglieder sind willkommen. Auch Gönner und Organisationen aus vor- und nachgelagerten Stufen können  Schafe Schweiz unterstützen. Infos erhalten Sie über schafeschweiz@outlook.com bei Matthias Ruesch oder bei den neuen Vorstandmitglieder.

 

Quelle: Bauernzeitung, Peter Bringold, 01.12.2018

 

 

 

 

Wie geht es weiter mit der Schafwolle?

Im Blick wird die Abschaffung der Schafwolle-Beiträge angekündigt. Dies im Zusammenhang mit der gestern eröffneten Vernehmlassung zur Agrarpolitik 2022+ und der Medienkonferenz von Bundesrat Schneider-Ammann.

Ganz so heiss ist die Suppe noch nicht! Aber in der Botschaft zur Vernehmlassungzur Agrarpolitik nach 2022 wird die Überprüfung der Beiträge angekündigt. In den Erläuterungen heisst es auf Seite 63/64:

3.1.2.8 Beiträge für die Verwertung der Schafwolle

Heutige Regelung und Handlungsbedarf

Der Bund unterstützt gestützt auf Artikel 51bis LwG die Verwertung von Schafwolle im Inland mit jährlich rund 800 000 Franken. Einerseits werden innovative Projekte zur Verwertung der Wolle unterstützt und andererseits Verwertungsbeiträge für das Sammeln, Sortieren und Waschen der Schafwolle im Inland gewährt. 

In einer vom BLW in Auftrag gegebenen Evaluation der Verordnung vom 25. Juni 200849 über die Verwertung der inländischen Schafwolle aus dem Jahr 201550 wurde festgestellt, dass die finanzielle Bedeutung der Schafwolle für die Schafhalterinnen und -halter bei den aktuellen Preis- und Mengenverhältnissen auch mit Bundesbeiträgen für die Verwertung vernachlässigbar ist. Kann ein Schafhalterbetrieb die bei ihm anfallende Wolle nicht verkaufen und muss er sie dafür fachgerecht entsorgen, belaufen sich die entsprechenden Mindererlöse und Kosten zusammengezählt auf lediglich rund 2 % des Erlöses für Fleisch und Milch. 

Mit der Mitfinanzierung von innovativen Projekten hat der Bund in den letzten vierzehn Jahren den Aufbau von privaten Verarbeitungs- und Vertriebsstrukturen für Schweizer Schafwolle unterstützt. Insgesamt wurden Bundesmittel im Umfang von rund 4,5 Millionen Franken für Projekte im Bereich der Schafwolle eingesetzt. Damit konnte der Aufbau eines Marktes für Schafwolle ermöglicht werden. Jedoch haben nicht nur die Beiträge des Bundes den inländischen Schafwollmarkt positiv beeinflusst. Vielmehr wird heute die Schafwolle wieder vermehrt als wertvoller, ökologischer, nachwachsender und nachhaltiger Rohstoff nachgefragt. Die Entwicklung neuer Produkte, vor allem im Bereich der Dämmstoffe, Kleider und organischem Dünger hat für Schafwolle dazu neue Absatzpotenziale geschaffen. 

Zur Diskussion gestellte Regelung 

Da aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen eine finanzielle Unterstützung an die Verwertung von inländischer Schafwolle nicht mehr benötigt wird, soll deren Aufhebung zur Diskussion gestellt werden. Im Falle einer Aufhebung dieser Beiträge sollen die innovativen Projekte im Bereich Schafwolle weiterhin im Rahmen der Qualitäts- und Nachhaltigkeits-Verordnung (QuNaV) unterstützt werden.

Im Anhang: Aus dem Agrarbericht 2018 des BLW die aktuellen Zahlen zu Schafhaltung und Schafwollverwertung.

Auf die Schafwollbranche kommt eine Herausforderung zu. Ohne ein geeintes Auftreten ist die Gefahr gross, dass die Bundesbeiträge verloren gehen. Soll Pro Wolle Schweiz versuchen ein nationales Treffen zu organisieren? Termin Mitte Januar 2019? Danke für Eure Rückmeldungen.

 


 

Für alle, die es wissen möchten:

blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/tierseuchen/bekaempfung/projekt-moderhinke.html

Auf dieser Seite sind sämtliche Protokolle nachzulesen,die bis jetzt von den Fachausschusssitzungen diesbezüglich gemacht wurden.


Bekämpfung Moderhinke (Projekt)

Die Moderhinke ist eine weit verbreitete, schmerzhafte Klauenkrankheit insbesondere bei Schafen. Das BLV erarbeitet zusammen mit wichtigen Akteuren der Schafhaltung ein Konzept für eine schweizweite Bekämpfung.
Moderhinke

Typisches Bild auf der Weide: betroffene Tiere hinken und grasen auf den Vorderknien.
© BGK/SSPR

 

Die Moderhinke ist eine bakteriell bedingte Erkrankung der Klauen und betrifft v. a. Schafe. Die Krankheit ist schmerzhaft und kommt in vielen Schafhaltungen vor. Das BLV entwickelt in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Kreisen seit 2015 eine schweizweit koordinierte Bekämpfung mit dem Ziel, die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Moderhinke langfristig tief zu halten.

Aktueller Projektstand

 Projektstand Mai 2018

Es ist wichtig, dass sich alle Beteiligten optimal auf die gemeinsame Bekämpfung vorbereiten können. Deshalb ist vorgesehen, in den kommenden Jahren und noch vor Beginn der nationalen Bekämpfung das Vorgehen an mehreren Veranstaltungen in der ganzen Schweiz zu thematisieren und direkt mit den Schafhaltern zu diskutieren. Den betroffenen Schafhaltern soll somit die Möglichkeit gegeben werden, Fragen und Anregungen einzubringen, um einem erfolgreichen, gemeinsamen Vorgehen den Weg zu ebnen.